Freitag, 11. März 2011

Erster Reisebericht

Hallo allerseits, die ersten Tage sind rum und es gibt schon einiges zu berichten. Nachdem ich am Dienstag angekommen bin und dann relativ früh eingeschlafen bin bin ich am Dienstag dann erstmal mit dem Taxi in die Innenstadt gefahren zu einer Art Touri-Info. Die haben mich sehr gut beraten, an wen man sich wenden muss, wenn man Touren buchen will. Ausserdem habe ich natürlich tonnenweise Broschüren etc mitnehmen dürfen. Frisch ausgestattet bin ich dann also einfach mal in irgendeine Richtung losgelaufen, hab Leute auf der Strasse angequatscht, wo ich denn zu der Adresse in den Veranstalter-Register komme und bin dann einfach dahin gelaufen, wo ich hindirigiert wurde. Da war aber kein Veranstalter... Also den nächsten angesprochen, in den Bus gestiegen (Fahrpläne gibts natürlich nicht, braucht man aber auch nicht, weil die Busse eh alle 1-2 Minuten fahren. Da kann sich die BVG mal was von abgucken!!!) und voilà, da war ich dann tatsächlich da. Die konnten glücklicherweise perfekt Englisch und haben mich gut beraten, waren aber relativ teuer. Beim nächsten Veranstalter wurde ich gleich an den Chef weitergeleitet, der mehr als nur perfekt Englisch sprach und auch noch sehr nett war, mit dem habe ich mich richtig lange unterhalten, und schliesslich auch die erste Tour gebucht. War zwar billiger als bei dem ersten Angebot, aber trotzdem noch nicht wirklich ein Schnäppchen (65€ für einen Tag...).
So, anschliessend gings dann weiter zu DER Attraktion in San Salvador, der Kathedrale. Die liegt mitten in einem Slum-ähnlichen Markt eingebettet, man konnte weit und breit keine Polizei entdecken und irgendwie war das alles nicht besonders schön. Das war das erste Mal an diesem Tag, dass ich mich auf offener Strasse nicht wirklich sicher gefühlt habe. Demnach bin ich also in den nächsten Bus Richtung Schule und hab mich den restlichen Abend entspannt :)
Zur Stadt wollte ich noch sagen, dass die jetzt nicht sooo schön ist, aber halt durchschnittlich wie eine Grossstadt wirkt. Und weil jeder normale Laden einen Sicherheitsmenschen mit Pump Gun oder Pistole vor der Tür stehen hat, fühlt man sich irgendwie auch sicher. Und die Leute sind nett, fragen, ob sie helfen können und sehen sehr ordentlich und vertrauenserweckend aus. Ich bin sozusagen nach den ganzen Horrorgeschichten sehr positiv überrascht.

An der Stelle fällt mir auf, dass es natürlich cooler wäre, wenn ich Photos zu präsentieren hätte, was aber nicht geht, weil ich a) keine Kamera dabei hatte und b) weil das eine analoge Kamera ist... Also müsst ihr leider leider auf eine persönliche Vorführung warten oder schon mal den Sehenswürdigkeiten hinterhergooglen...

So, gestern wurde ich morgens von der Haustür abgeholt und direkt zum Cerro Verde-Nationalpark chauffiert. Das erste, was einem bei der Ankunft auffällt, ist der gigantische, grandiose, atemberaubende Blick auf den Vulkan Izalco (Bild siehe Foto von Anita)! SO stellt man sich doch mal einen Vulkan vor... Richtig cool schonmal. Beim Fotos machen hab ich dann auch einen lustigen Spanier (Pedro, was sonst...), einen ebenso lustigen Franzosen (Thomas, was sonst ;) ) sowie deren El Salvadorianische Freund(innen) getroffen, mit denen ich dann auch inklusive Guide und 2 Touristen-Polizisten zum Krater des Ilamatepec (Santa Ana-Vulkan) gelaufen bin. Für alle späteren Generationen: Man muss an vielen Stationen noch hier und da ein paar Dollar bezahlen, insgesamt 8.
Man läuft zunächst durch eine Art urigen und finsteren Nebelwald. Und gleich als erstes läuft mir da was vor die Füsse? Ein Gürteltier!!! Wer die noch nicht in freier Wildbahn gesehen hat: extrem coole Tiere. Dieses hier war aber ein wenig aufgeweckter und flinker als die, die ich vorher gesehen hatte, und so war es dann ziemlich schnell im Unterholz verschwunden.

Dann gings weiter zum Aufstieg zum Krater, mit vielen Zwichenstopps an Aussichtspunkten, von denen man immer wieder hingerissen zum Izalco starren konnte und ebenso zum Lago Coatepeque, der ganz bescheiden als einer der 10 schönsten Seen der Welt bezeichnet wird. Hat aber auch eine verdammt nette Lage, eben mit Blick auf 3 Vulkane und so.

Naja, im Laufe des Aufstiegs wurde langsam, oder besser ziemlich abrupt, eine Art Steppenlandschaft mit ganz vielen Agaven und kleinen Büschen, sehr hübsch. Die hielt aber auch nicht lange vor, und bald war alles kahl. Und wie Quetzalcoatl (ich vermute mal, dass der auch für das Wetter verantwortlich ist ;) ) es so will, fing es in dem Augenblick, als wir den ersten Fuss auf dem Gipfel hatten, fürchterlich zu regnen an. Also haben wir nur ganz schnell ein paar Fotos gemacht und sind dann schnell wieder runter gelaufen / gerannt / geschlittert. Was wir Europäer aber nicht wussten: Hier kann es eben auch über eine Stunde so heftig regnen, wie es bei uns als Platzregen nur für Minuten vorhält... Also waren wir relativ schnell bis auf die Knochen nass und ausgekühlt, aber das gehört halt dazu, wenn man den Göttern zu nahe kommt :D
Zum Gipfel nochmal: Der Krater ist riesig gross und hat einen sehr schönen See drin. Und, wie es sich für einen Vulkan gehört, riecht es schön nach Schwefel. Auf jeden Fall bin ich sehr froh, dass wir auf den Santa Ana hoch gelaufen sind und nicht auf den Izalco, da dieser keinen schönen Krater haben soll und keinen See darin und der Anblick des Izalco von weitem viel viel besser ist als der des Santa Ana.

An Fauna gabs ansonsten nicht mehr soo viel zu sehen, ein paar (sehr schöne! Ich bin auf meine Fotos gespannt!) Schmetterlinge, ein Eichhörnchen, ein paar Insekten.

Ansonsten hab ich mich erstaunlich gut mit dem Fahrer unterhalten können (dank Wörterbuch), hat richtig Spass gemacht. Bzw. ich habe halt verstehen können, was er mir sagen will, und konnte einfache Fragen stellen oder Kommentare abgeben. Irgendwann muss ich das mal richtig lernen...

Heute gehen wir in ein Museum, mal sehen. Und am Wochenende wollten wir ja, wie Anita schon geschrieben hat, an den Strand, wobei uns die Japaner da vllt einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Aber der Tsunami soll schon heute Abend ankommen, also mal sehen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

So, genug geschwafelt, bis später und viele Grüsse aus dem sonnigen El Salvador!

Kommentare:

  1. Was für ein Glück, dass du deine Prüfungen erfolgreich absolviert hast und dich jetzt völlig entspannt der Entdeckung von El ( San) Salvador widmen kannst. So gibt es jetzt zu den Fotos von Anita ausführliche Reiseberichte von dir, so anschaulich beschrieben, dass der Leser mit dir den Vulkan bewundern, das Gürteltier vorbeihuschen und in nassen Sachen schaudern kann, auch die unangenehme Atmosphäre um die Kathedrale konnte ich mir gut vorstellen.
    Also lieben Dank, Thomas, schreib weiter so ausführlich und lebendig.
    Ich wünsche euch noch viele interessante Abenteuer.

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  2. Hallo ihr beiden Abenteurer,
    unser erster Blick nach der Tsunami-Nachricht war in einen Atlas. Mit einiger Unruhe mußten wir feststellen, dass San Salvador zum nicht ganz so Stillen Ozean liegt. Aber ihr wart ja besonnen und habt auf das gefährliche Schauspiel der grossen Welle verzichtet.
    Ansonsten gibt es ja Abenteuer in Hülle und Fülle. Für alle noch ausstehenden wünschen wir alles Gute für euch und interessante Berichte und Fotos für uns.
    Viele liebe Grüße von opaoma

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